Geschichte

 

830-850 Früheste Erwähnung Guntersblums (Chunteres Frumere) im Lorscher Codex (Reichsurbar) – ein königlicher Leibeigener musste einen Zins von 2 Fudern Wein an den Königshof liefern.
13.06.897 Erste genau datierte Erwähnung Guntersblums, bezeichnet als „Cundheresprumare“ (Gunters Pflaumengarten) – König Zwentibold bestätigt den Mönchen des Klosters St. Maximin in Trier, dass sie in Guntersblum über Besitz verfügen.
922 / 927 Der Erzbischof von Köln stattet das Kloster zu den heiligen Jungfrauen und das Ursulastift in Köln mit Besitz aus, u.a. mehrere Arpent Feldbesitz in Guntersblum.
1215 Das Stift Xanten verpachtet seine Einkünfte aus der Guntersblumer Kirche (jährlich 12 Fuder Wein, 100 Malter Roggen und 50 Malter Weizen) an den Ritter Herbord von Albig und dessen Sohn Cuselin
1237 Das Stift Xanten verkauft das Patronatsrecht und seinen gesamten Besitz in Guntersblum an das Domstift Worms.
Güterteilung zwischen den Brüdern Friedrich III. von Leiningen und Emich IV. von Leiningen-Landeck. Letzterer erhält den kurkölnischen Lehnshof in Guntersblum.
Vor 1242 wird Friedrich III. von Leiningen von den Erzbischöfen von Köln (den Besitzern des Dorfs) mit der Vogtei über Guntersblum belehnt. Ab dann bleibt Guntersblum unter leiningischer Herrschaft und gehörte bis 1316 zum Haus Leiningen
bis 1466 zum Haus Leiningen-Hardenburg.
bis 1572 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Hardenburg.
bis 1658 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (in Heidesheim).
bis 1766 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Falkenburg in Guntersblum.
bis 1787 zum Haus Leiningen-Dagsburg-Hardenburg. Ab 1787 zum Haus Leiningen-Guntersblum.
Ende 1797 Ende der leiningischen Herrschaft, die linke Rheinseite wird Frankreich zugeschlagen.
1814/1815 Wiener Kongress. Ende der französischen Herrschaft in unserem Gebiet.
1815/1816 Die Provinz Rheinhessen entsteht, wird dem Großherzogtum Hessen zugeteilt und damit wird Guntersblum hessisch.
1828/1829 Rheindurchstich, die Insel Kühkopf entsteht.
1852 Guntersblum kommt zum neugegründeten Kreis Oppenheim
1853 Bau der Ludwigsbahn von Mainz nach Worms.
1930 Die letzten Besatzungstruppen des Ersten Weltkrieges verlassen Guntersblum
März 1945 Amerikanische Panzerverbände überrollen Rheinhessen und auch Guntersblum. Der zweite Weltkrieg geht zu Ende. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt sich Guntersblum im Zuge der Aufwärtsentwicklung in ganz Deutschland zu mehr als doppelter Größe.
1969 Guntersblum kommt zum neugebildeten Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz im neugebildeten Kreis Mainz-Bingen
1972 Guntersblum wird Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Wissenswertes

Einwohnerzahl 2014 = 3.914

Gesamtfläche: 1.668 ha. 1373 ha werden land- und forstwirtschaftlich genutzt, davon 550 ha weinbaulich. Großlagen: Guntersblumer Vögelsgärten und Oppenheimer Krötenbrunnen. Einzellagen: Steinberg, Authental, Steig-Terassen, Bornpfad, Kreuzkapelle, Eiserne Hand, St. Julianenbrunnen, Sonnenhang.

Sehenswertes
Evangelische Kirche, der Nordturm erbaut um 1100, der Südturm nach Einsturz (1702) um 1840 analog zum Nordturm wieder aufgebaut. Dabei wurden die ehemals fatimidischen Kuppeln neu gestaltet. Innenausstattung: um 1200 Tympanon mit Kreuzigungsszene, um 1490 Löwentaufstein. Orgel: 1765 Orgelprospekt von Stumm, 1912 Orgel von Bechstein. 1840 Wand- und (nur über der Orgel) Deckenbemalung. (1985 restauriert).

Altes Schloss, Alsheimer Straße, erbaut 1704/1708, heute Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung.

Neues Schloss, Hauptstraße, erbaut ab 1787, heute in Privatbesitz.

Dalberger Hof, (ehemaliger kurkölnischer Lehnshof), Kirchstraße 1.

Ehemaliger Hof des Deutschen Ordens, Hauptstraße 42.

Ehemaliger Hof des Wormser Domstifts mit Zehntscheuer, Bleichstraße 14.

Obersteinischer Hof (ehemaliger Adelshof), Bleichstraße 17,

Homburger Hof (ehemaliger Adelshof) Alsheimer Straße 19,

von Kaltenbachisches Haus (ehemaliger Adelshof), Julianenstraße 44,

Polyscher Hof (ehemaliger Adelshof), Ölmühlstraße 9/11,

Julianenbrunnen und Kellerweg.

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